Aus dem REISETAGEBUCH eines Foodies
Anzeige | „Ciao Stanley, come stai?“ Man kann sich eigentlich für diese Expedition zu den kulinarischen Regionen Italiens und überhaupt zur italienischen Lebensart niemanden vorstellen, der dafür besser geeignet wäre als der Oscar®-nominierte US-Schauspieler Stanley Tucci. Auch in der neuen Staffel der Reihe STANLEY TUCCI IN ITALIEN geht es ihm niemals nur ums Essen und Trinken, sondern vor allem um die Menschen hinter den Töpfen und Tellern. Diesmal startet der Italienliebhaber Tucci in Kampanien, in der fruchtbaren Gegend um Neapel, besucht dann Sizilien, um sich danach in den noch wenig bekannten Marken umzutun. Dann stattet er der einzigartigen Insel Sardinien einen Besuch ab, um schließlich im Nordosten, in der Region Venetien seine Reise für diesmal zu beschließen. Buon viaggio, Stanley!
FRUCHTBARES KAMPANIEN, CUCINA POVERA

Antipasti-Klassiker der Cucina Povera: Bruschetta mit Piennolo-Tomaten von den fruchtbaren Hängen des Vesuvs © National Geographic
Tomaten und Mozzarella di Bufala, Pastasciutta, Muscheln und Zitronen sind die Big Five der Region Kampanien. Und Tucci wäre nicht Tucci, wenn er nicht die besonderen Menschen vorstellen würde, die Küche und Tisch mit diesen großartigen Grundprodukten beliefern. Obwohl das Land so fruchtbar ist, hat in Kampanien früher die Not oft mit am Tisch gesessen. Was tun? Da kocht man Spaghetti zusammen mit Algen besetzten Steinen aus dem Meer, drei, vier Pomodori Piennoli dazu und fertig sind die „spaghettini alle vongole fujute“, ein Gericht, das nach Meeresfrüchten schmeckt, ohne dass auch nur eine einzige Muschelschale darin enthalten wäre. Bei solchem Einfallsreichtum verschlägt es selbst Stanley Tucci die Sprache – bevor er dann doch beherzt drauflos gabelt.

Was für ein Empfang! Die freundlichen Häuser im Hafen von Corricella heißen Stanley Tucci willkommen © National Geographic
ARABISCHE ESSKULTUR AUF SIZILIEN

Arabisches Erbe: Salat aus Blutorangen und wildem Fenchel, abgeschmeckt mit Oregano © National Geographic
Ein Orangenhain bei Catania im Januar. Stanley Tucci genießt zusammen mit den Pflückern einen Salat aus wildem Fenchel und Blutorangen, angemacht mit Salz und Olivenöl. Allein der Anblick des Farbenspiels lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auf dem Mercato del Capo in Palermo kauft Stanley: eine Arancina. Das ist keine Orange, sondern ein gefülltes Reisbällchen, eine der vielen kulinarischen Erinnerungen an die Herrschaft der Araber über Sizilien. Der Kontakt mit der arabischen Kultur ist jedoch nicht nur historisch. In jüngerer Zeit wurde er durch die Zuwanderung wieder aufgefrischt. In Trapani probiert Stanley Tucci das Couscous einer Köchin mit tunesischen Wurzeln.

Da kann selbst ein Stanley Tucci noch was lernen: passionierte junge Sizilianer am Herd © National Geographic/Matt Holyoak
UNBEKANNTE MARKEN

Intakte historische Stadtbilder gibt es viele in den Marken. Hier der Palazzo Ducale in der Hauptstadt Urbino © National Geographic
Allen, die als Foodie-Touristen in die Marken reisen wollen, empfiehlt Stanley Tucci die kleine Stadt Ascoli Piceno mit ihrer ausgeprägten Aperitivo Kultur als geeignetes Pflaster für ein erstes Kennenlernen. Die Spezialität der Stadt, die panierten, mit Fleisch gefüllten und ausgebackenen Oliven, kriegt man im cartoccio, in einer kleinen Papiertüte, auf die Hand. Danach ein Glas Anisetta im Café Meletti, einem Jugendstil-Juwel an der Piazza del’Popolo, und man ist aufnahmebereit für das Abendessen.
Mit einem Abstecher an die Küste setzt Stanley Tucci seine Exkursion in die Marken fort, mit der Spannweite, die man von ihm gewohnt ist: hier das posh Drei Sterne Restaurant, dort die einfache Trattoria von Nonna Emilia. Ein Hinweis: Die Strände der Marken sind die saubersten Italiens.
SARDINIEN, EINE WELT FÜR SICH

Den Jetset lässt Tucci links liegen und trifft lieber das ursprüngliche Sardinien © National Geographic/Matt Holyoak
In der traditionellen Küche Sardiniens spielen Fische und Meeresfrüchte keine Rolle. Es ist die Schafzucht, welche die sardische Landwirtschaft von altersher dominiert. Die Gemächlichkeit der weidenden Herden hat sich wohl den Bewohnern mitgeteilt und schafft den ganz eigenen Rhythmus Sardiniens.
Ruhig und gemächlich geht es auch im Städtchen Seulo di Barbagia zu – ein Ort, wo überdurchschnittlich viele Menschen sehr alt werden. Stanley Tucci setzt sich dort zu einer tavolata mit den Hochbetagten: Es gibt Gemüseminestrone mit allem, was gerade aus dem Garten und vom Feldrain verfügbar ist. Verfeinert mit Schafskäse und hauchdünnen Pastaplatten macht das die Hauptnahrung der Menschen hier aus. Köchin Maria nennt es die „minestrone della longevità“, den Eintopf der Langlebigkeit. So ist der sardische Trinkspruch „A kent annos!“, den Stanley Tucci inmitten der munteren Alten lebhaft erwidert, nicht nur ein frommer Wunsch …
VENETIEN, RISOTTO AUS DEM TOPF UND SÜSSES AUS DEM KNAST

Stanley Tucci im Gespräch mit der Food-Journalistin Valeria Necchio, eine Expertin für die Küchentradition des Veneto © National Geographic/Matt Holyoak
Nach dem ariden Sardinien bereist Stanley Tucci Venetien, eine ausgesprochen wasserreiche Region, ideal für den Anbau von Reis. Wenn die Körner des „vialone nano“ für das traditionelle Risotto langsam gerührt und immer wieder aufgegossen werden, bis sie schließlich al dente gegart sind, erreicht das ein Maß an Zeitverschwendung, das nicht mehr zum modernen Leben zu passen scheint. Man belehrt uns: Nicht Effizienz, sondern Leidenschaft und Hingabe sind in der Küche wesentlich.

Kaffee getränkte Savoiardi, Mascarpone, Eigelb, Zucker, aber kein Alkohol gehören in ein traditionelles Tiramisu © National Geographic
In Padua sieht Stanley Tucci den Zuckerbäckern der Pasticceria Giotto dabei zu, wie sie mit Leidenschaft und Hingabe ihre dolci herstellen. Die Beschäftigten dort tragen Schürzen mit der Aufschrift „oltre la dolcezza“ – mehr als Süsses, eine Anspielung darauf, dass diese Bäcker Schwerkriminelle sind, verurteilt zu langen Haftstrafen. Pasticceria Giotto ist also keineswegs der Name einer familiengeführten Bäckerei, sondern eines erfolgreichen Resozialisierungsprojekts.
KOMMT, ABER NICHT ALLE AUF EINMAL!
STANLEY TUCCI IN ITALIEN stellt vor, was in Italien gekocht wird. Aber weil in Italien Essen nicht einfach nur Essen ist, erzählt jedes Rezept eine kleine Geschichte von lokaler Prägung, vom persönlichen Werdegang. Mit jedem neuen Ort gestaltet Stanley Tucci ein Mosaik der italienischen Menschen und ihrer Kultur. Wer ihn kennt, weiß: Überlaufene Touristen-Hotspots sind nicht sein Ding. Er ist schon eher einer, der nach den verborgenen Schätzen sucht, einer, der das noch wenig Bekannte promotet. Sein Vermächtnis an die Zuschauer: „Tut mir einen Gefallen. Kommt nicht alle auf einmal!“
Haben Sie Appetit bekommen? Bei DISNEY+ ist die neue fünfteilige Doku-Serie ab dem 12. Mai zu sehen, bei NATIONAL GEOGRAPHIC startet die neue Staffel aM Montag, den 18. Mai …
CIAO STANLEY, ALLA PROSSIMA!
TROUBLE UNDERSTANDING GERMAN? JUST VISIT DEEPL AND YOU’RE DONE!
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