Der kleine Prinz ist wieder da!

Wer kennt sie nicht – die Geschichte des kleinen Jungen, der mutterseelenallein auf einem winzigen Asteroiden lebt. Als Antoine de Saint-Exupéry seinen Roman „Der kleine Prinz“ vor mehr als siebzig Jahren schrieb, ahnte er vermutlich nicht, welchen Kultstatus seine literarische Schöpfung einmal erreichen würde – denn bis heute hat dieses moderne Märchen nichts von seiner Faszination verloren. Der kleine Prinz und der Fuchs, der Elefant in der Schlange – demnächst werden diese beliebten Figuren wieder im Kino und auf der Theaterbühne zu erleben sein!

Der kleine Prinz kehrt auf die Leinwand zurück

Schon einige Male ist Saint-Exupérys Erfolgsroman verfilmt worden – jetzt hat sich der amerikanische Regisseur Mark Osborne, bekannt durch Kung Fu Panda, an den Klassiker gewagt und die Erzählung in eine ganz eigene, faszinierende Geschichte verpackt: Ein kleines Mädchen, dessen Leben von seiner strengen Mutter bis ins kleinste Detail durchorganisiert ist, freundet sich mit ihrem Nachbarn an. Der alte Mann, ein ehemaliger Pilot, ist einst in der Wüste Afrikas dem kleinen Prinzen begegnet …

In Frankreich, dem Heimatland des Autors, konnte man bereits diesen Sommer den 3D-Animationsfilm Le Petit Prince sehen. Am 10. Dezember 2015 startet Der kleine Prinz nun auch in den deutschen Kinos. Hier schon mal ein Vorgeschmack …

Eine Welt voller Magie und Abenteuer

Wer würde nicht gerne einmal in einem roten Flugzeug um die Welt fliegen, fremde Planeten erkunden oder einem ungezähmten Fuchs begegnen? MILAN Magazine hat sich umgesehen und wunderschöne Dinge entdeckt, die von der fantastischen Welt des kleinen Prinzen träumen lassen. Passend zum Kinostart haben wir auch einige Spielsachen von Hape ausgewählt, die in Lizenz mit dem neuen Animationsfilm entstanden sind … Galerien enthalten Werbelinks …

Für kleine Prinzen …

… und kleine Prinzessinnen

Der kleine Prinz im Admiralspalast berlin

Vom 18. Dezember 2015 bis zum 10. Januar 2016 ist „Der kleine Prinz“ wieder zu Gast im Admiralspalast Berlin. Die Erfolgsinszenierung der Drehbühne Berlin ist mittlerweile zu einem Weihnachtsklassiker geworden und wird jedes Jahr zugunsten von UNICEF aufgeführt.

Regie führte Lorenz Christian Köhler, der auch in der Rolle des Piloten auf der Bühne zu erleben ist. Mit dem Berliner Regisseur und Schauspieler sprachen wir über seine poetische Inszenierung, wie schwer es war Bruno Ganz zu gewinnen und die Faszination, welche die Geschichte des kleinen Prinzen über Jahrzehnte hinweg ausmacht …

Regisseur Lorenz Christian Köhler bringt "den kleinen Prinzen" auf die Bühne – Portrait © Jan Pauls

Regisseur Lorenz Christian Köhler bringt „den kleinen Prinzen“ auf die Bühne – Portrait © Jan Pauls

Interview mit Lorenz Christian Köhler

MILAN Magazine: War es Ihr persönliches Anliegen, den „kleinen Prinzen“ auf die Bühne zu bringen?
Lorenz Christian Köhler: Ja, ich hatte den Plan schon länger – 2004 habe ich dann zusammen mit Nanda Ben Chaabane die freie Theatercompany Drehbühne Berlin gegründet und „Der kleine Prinz“ war unsere erste gemeinsame Produktion. Das ist nun schon elf Jahre her und das Stück begleitet uns immer noch. Nanda spielt seit der Premiere den Kleinen Prinzen – inzwischen gibt es mit Ina Gercke auch eine tolle Zweitbesetzung, wenn Nanda woanders auf der Bühne steht.

MM: In den Rollen der Planetenbewohner sind unter anderem Bruno Ganz, Armin Rohde und Florian Lukas auf der Leinwand zu sehen. War es nicht schwer, derart bekannte Schauspieler für das Projekt zu gewinnen?
LCK: Ja, es war nicht leicht – wir haben viele, viele Briefe geschrieben und unser Projekt vorgestellt. Der Gedanke, einen Teil der Einnahmen für ein UNICEF-Projekt zu spenden, hat es natürlich etwas einfacher gemacht. Und dann kannte ich Bruno Ganz schon zuvor persönlich sehr gut, da ich über zwei Jahre mit ihm zusammen auf der Bühne stand und Goethes „Faust“ gespielt habe – so hat er als Erster für die Rolle des Geografen zugesagt.

MM: „Der kleine Prinz“ hat nach seinem Erscheinen schnell Kultstatus erreicht und bis heute behalten. Was macht die Faszination dieser Geschichte über Jahrzehnte hinweg aus?
LCK: Das Faszinierende ist, dass die Geschichte so einfach ist und doch so viel Wahres und Wichtiges enthält. Es gibt viele Dinge darin, die Kinder und Erwachsene verstehen, auch wenn Kinder sie vielleicht ganz anders als die Erwachsenen verstehen. Und es ist eine Geschichte, die wie Märchen nicht an eine bestimmte Zeit gebunden ist und so über Generationen hinweg immer wieder gelesen wird.

MM: Gibt es in Ihren Augen eine besondere Botschaft, die Antoine de Saint-Exupéry mit seinem Roman übermitteln wollte?
LCK: Er sagt den Kindern – bleibt so lange wie es geht so wie ihr seid, behaltet eure Phantasie, eure Sensibilität für das, was die Augen nicht sehen, eure Neugier und euren Sinn für echte Freundschaft. Und den Erwachsenen sagt er – erinnert euch immer mal an das Kind, das ihr selbst einmal wart und traut euch, die Welt manchmal wie Kinder anzuschauen – das würde manches ändern.
Der kleine Prinz ist für mich jemand, der von außen auf unsere Welt kommt und sieht, wie merkwürdig wir Erwachsenen uns manchmal verhalten und welche wichtigen Dinge wir zuweilen verlernt haben, die wir als Kinder noch ganz selbstverständlich konnten.

MM: Wie der Roman richtet sich auch Ihre Inszenierung an Kinder und Erwachsene zugleich. Was an der Geschichte des „kleinen Prinzen“ spricht eher die Erwachsenen an und was eher die Kinder?
LCK: In unserem Theaterstück gibt es immer wieder Szenen, die vor allem die Kinder ansprechen – wir haben zwei hungrige Geier in der Wüste, die sich langweilen und eine sehr lustige Sprache sprechen. Es fällt eine Ratte vom Planeten des Königs in die Wüste, die dann von den Geiern gejagt wird und es gibt natürlich die Szenen aus dem Buch mit der Schlange und mit dem Fuchs, denen der kleine Prinz begegnet. Das alles sind lebensgroße Puppen, von denen die Kinder begeistert sind. Aber am meisten freut es mich immer, wenn sich in das Lachen der Kinder plötzlich das Lachen eines oder mehrerer Erwachsener mischt – und das passiert gar nicht selten. Dann hat das, was Saint-Exupéry mit der Geschichte wollte, einmal mehr mit unserem Stück funktioniert.

MM: Die Erzählung handelt auch vom Erwachsenwerden. Könnte man den „kleinen Prinzen“ auch als eine klassische Coming-of-Age-Geschichte bezeichnen?
LCK: Nein, meiner Meinung nach nicht wirklich. Sie handelt nicht davon, wie jemand erwachsen wird, sondern eher davon, dass er es schon geworden ist (der Pilot – bzw. Exupéry selbst) und seine Kindheit vermisst. Der kleine Prinz dagegen wird niemals erwachsen – er verkörpert die Naivität, die Neugier, aber auch die Verletzlichkeit und die Sehnsucht von Kindern geliebt zu werden und wirkliche Freunde zu suchen und zu finden.

MM: Das Projekt verbindet Theater, Puppenspiel und Film in einer Inszenierung. Gibt es darin eine Szene, die Sie besonders anspricht?
LCK: Einige Szenen hab ich schon erwähnt. Gerade in diesem Jahr sind für uns die Puppenszenen sehr spannend, weil wir zwei neue, fantastische Puppenspieler haben – Jessica Nicchols aus Australien und Pierre Filliez aus der Schweiz. Da wird sicher einiges wieder ganz anders, als in den letzten Jahren. Gerade wenn man ein Stück so oft gespielt hat wie wir unseren „Kleinen Prinzen“, dann freut man sich, wenn wieder neue Mitspieler dazu kommen und die Welt des kleinen Prinzen für sich und die Zuschauer ganz neu entdecken.

MM: „Der kleine Prinz“ wird an Ihrem Theater schon seit einigen Jahren zugunsten eines UNICEF-Projektes im Sudan aufgeführt. Was genau wird durch das Projekt unterstützt und was konnte bisher erreicht werden?
LCK: Mit den Spendengeldern werden Wassergewinnungsprojekte im Sudan, im Osten Afrikas unterstützt. Wir haben schon sehr viel Geld über die Vorstellungen zusammen bekommen – zudem gibt es inzwischen eine Hörspiel-CD und eine DVD unserer Inszenierung im Buchhandel, die auch beide mit dem UNICEF-Projekt verknüpft sind. Für das Geld werden im Sudan Brunnen gebaut und die Wasserversorgung sowie die hygienischen Bedingungen der Landbevölkerung verbessert.
Saint-Exupéry selbst war eng mit Afrika und den Menschen dort verbunden, er hat dort gelebt, hat tatsächlich selbst einen Wüstenfuchs gezähmt und ist sogar einmal mit dem Flugzeug in der Wüste abgestürzt und hat nur knapp überlebt. Ich stelle mir vor, er sitzt jetzt irgendwo auf seinem Planeten und vielleicht gefällt ihm unsere Idee, dass es seinem kleinen Prinzen auf diese Weise gelingt, tatsächlich echtes Wasser in die afrikanische Wüste zu bringen …

„Der kleine Prinz“, ein Theaterstück der Drehbühne Berlin:

first video by © warner bros.; poster and second video by © drehbühne berlin

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